Christa Wolf

Was bleibt von einer Autorin, wenn es am Ende doch nur für einen Rückblick von geschätzten 1 Minute und 30 Sekunden Länge in der Tagesschau reicht. Was bleibt? Von all den Büchern, verstörenden Gedanken und den sich auf so lange Zeit eingekratzten Sätzen. Von all den Lebensmustern, die sie in über 80 Jahren probiert haben mag, auch den Kindheitsmustern, die sie verfolgt haben werden. Nur, um irgendwann noch einmal, im hohen Alter, an einem Ort anzukommen, der ihr ein neues Land werden sollte. An keinem Ort also. Nirgends. Warum noch schreiben, wenn am Ende eines Lebens doch nichts bleibt, als der Schatten eines Traumes? Und vielleicht Hoffnung.
Aber das ist es ja gerade: Leben und Sterben als ein ewiger Störfall, als ein fortgesetzter Versuch ...  Ein ewiges Auf und Ab - und immer voller Ungewissheit, was sein wird. Nur, jetzt endlich unter einem nicht länger geteilten Himmel. Und vor allem: Mit anderem Blick.  Vielleicht? Irgendwo da draußen.